2026 Siri Alder und ihr erster Saisonrückblick

Siri Alder ist uns allen bekannt. Sie fährt nebst den Bergrennen mit Oldtimer-Motorrädern auch zum ersten Mal den Yamalube R7 Cup und wird von MotoPur unterstützt. (Vorwort von Pepo)

Siri Alder Saisonrückblick 2026 – Yamalube R7 Cup

Wenn ich auf meine Saison 2026 im Yamalube R7 Cup zurückblicke, fällt es mir schwer, dieses Jahr in wenigen Worten zusammenzufassen. Es war unglaublich schön, intensiv, lehrreich und manchmal auch ziemlich hart. Sechs Rennwochenende auf sechs unterschiedlichen Strecken bedeuteten zwölf Rennen und jedes Mal eine neue Herausforderung.

Brno und Nürburgring

Mitte April begann die Saison in Brno. Die Vorfreude war riesig, gleichzeitig wusste ich noch nicht genau, wo ich im Vergleich zum restlichen Feld stehen würde. Mit Startplatz 7 und Platz 8 im ersten Rennen gelang mir ein solider Einstieg. Bereits im zweiten Rennen zeigte sich im Regen, wie schnell sich im Rennsport alles verändern kann. Plötzlich ging es nicht mehr nur um Geschwindigkeit, sondern vor allem um Gefühl, Vertrauen und darum, unter schwierigen Bedingungen die richtigen Entscheidungen zu treffen. Am Nürburgring konnte ich darauf aufbauen. Mit den Plätzen 7 und 9 sammelte ich weitere wichtige Punkte und wurde zunehmend konstanter. Mit jedem Turn lernte ich die Yamaha R7 noch besser kennen und begann gleichzeitig meine eigenen Stärken und Schwächen auf diesem Motorrad immer besser zu verstehen.

Hockenheim – eine echte Hitzeschlacht

Hockenheim wurde wegen der Bedingungen zu einer echten Herausforderung. Das gesamte Wochenende war unglaublich heiss. Die Hitze war ständig präsent und zeigte einmal mehr, wie stark auch äussere Bedingungen die Konzentration und das eigene Wohlbefinden beeinflussen können. Sportlich startete ich erneut von Platz 7 und konnte das erste Rennen auf Platz 8 beenden. Im zweiten Rennen zeigte sich dann, wie wenig es braucht, damit sich ein ganzes Rennen verändert. Ein Jumpstart kostete mich wertvolle Positionen und am Ende blieb Platz 12. Natürlich ärgert man sich über solche Fehler. Gleichzeitig gehören genau diese Situationen zu einer Rennsaison. Viele Entscheidungen fallen innerhalb von Sekundenbruchteilen und nicht immer geht alles auf. Entscheidend ist, daraus zu lernen und beim nächsten Mal wieder neu anzugreifen und das tat ich. 😉

Schleiz – eines meiner Saisonhighlights

Auf dieser schnellen und besonderen Strassenrundstrecke fühlte ich mich von Beginn an richtig wohl. Mit einer schnellen Rundenzeit sicherte ich mir Startplatz 4 und damit meine beste Startposition der Saison. Im Rennen konnte ich diese Leistung bestätigen und fuhr auf Platz 5 ins Ziel. Das war definitiv einer dieser Momente, die bleiben. Nach all der Vorbereitung zu merken, dass ich vorne mitkämpfen kann, war ein unglaublich schönes Gefühl. Schleiz hat mir gezeigt, was möglich ist, wenn Motorrad, Vertrauen und Kopf zusammenspielen.

Oschersleben und der Kampf im Kopf

Dass es im Rennsport genauso schnell wieder anders laufen kann, zeigte Oschersleben. Mit Startplatz 12 und den Rennresultaten 12 und 11 blieb ich deutlich hinter meinen eigenen Erwartungen. Ich kam mental erschöpft und mit einem Kopf voller Gedanken aus dem Arbeitsalltag an die Rennstrecke. Abschalten und frei fahren gelang mir dieses Mal nicht und auch die Strecke bereitete mir Mühe. Rückblickend war Oschersleben kein Highlight, aber verdammt lehrreich. Ich kam dort an meine mentalen Grenzen und habe gemerkt, wie entscheidend ein freier Kopf für meine Leistung auf dem Motorrad ist.

Most – ein Finale mit allen Emotionen

Zum Saisonfinale ging es nach Most. Mit Startplatz 6 hatte ich wieder eine gute Ausgangslage. Zu diesem Zeitpunkt lag ich auf Gesamtrang 6. Mein Ziel war klar: zwei gute Rennen fahren, Punkte sammeln und die Saison sauber abschliessen. Doch das erste Rennen endete anders. In der letzten Runde fuhren wir zu fünft in die enge erste Kurve nach Start und Ziel. Ein Fahrer kam zu Fall und sein Motorrad riss mich mit. Ich hatte keine Möglichkeit mehr auszuweichen. Keine Zielflagge und vor allem keine Punkte. Aber es blieb noch ein letztes Rennen. Ich erwischte einen richtig guten Start und konnte mich bis auf Platz 4 vorkämpfen. Erneut musste ich in Kurve 1 einem anderen Fahrer ausweichen, um nicht wieder abgeräumt zu werden, dadurch verlor ich mehrere Positionen. Trotzdem kämpfte ich weiter und brachte mein letztes Saisonrennen auf Platz 8 ins Ziel.

Und plötzlich war sie vorbei, meine erste Saison im Yamalube R7 Cup. Gesamtrang 9 – und viel mehr als nur ein Resultat

Am Ende wurde es Gesamtrang 9 von 18 Teilnehmern. Natürlich hatte ich mir nach dem lange gehaltenen sechsten Gesamtrang ein anderes Endresultat erhofft. Trotzdem nehme ich aus dieser Saison viel mehr mit als eine Zahl in einer Tabelle. Ich habe unglaublich viel über das Motorrad, unterschiedliche Strecken und Rennsituationen gelernt, vor allem aber auch über mich selbst. Eine meiner grössten Erkenntnisse ist, wie wichtig die mentale Fitness für mich als Rennfahrerin ist. Wenn der Kopf nicht mitmacht, hilft auch die beste körperliche Vorbereitung nur bedingt. Eine Erkenntnis die sich nicht nur im Rennsport, sondern auch im restlichen Leben immer wieder zeigt. Was man bei den Resultaten schnell vergisst, ist alles, was neben den eigentlichen Rennwochenenden dazugehört. Diese Saison neben einem anstrengenden 100-Prozent-Job zu bestreiten, war intensiv und kräftezehrend.

Die vielen Fahrkilometer, die gesamte Organisation rund um jedes Wochenende, das Training dazwischen und natürlich das Vorbereiten des Motorrads, während gleichzeitig das normale Leben weiterläuft. Alles unter einen Hut zu bekommen, brauchte viel Energie und Durchhaltevermögen. Heute bin ich glücklich und auch ein wenig stolz darauf, diese komplette Saison neben meinem normalen Alltag durchgezogen zu haben. Denn so anstrengend dieses Jahr teilweise war, so unglaublich schön war es auch. All die Anstrengungen waren spätestens in dem Moment vergessen, in dem ich auf dem Motorrad sass und wusste, wofür ich das alles mache. Eine solche Saison fährt man vielleicht alleine auf dem Motorrad, aber man bestreitet sie niemals alleine.

Ein besonderes Dankeschön geht an meinen Freund Michi und meine Schwester Nuria. Ihr wart bei den Rennwochenenden an meiner Seite, habt mit angepackt, organisiert und geholfen, wo immer es nötig war. Danke für eure Zeit, eure Geduld und vor allem dafür, dass ich mich immer auf euch verlassen konnte.

Auch meinen Eltern und meiner zweiten Schwester Mandana möchte ich von Herzen danken. Ihr habt mir zu Hause den Rücken freigehalten und teilweise auch vor Ort mitgeholfen und mich angefeuert. Und natürlich ein riesiges Dankeschön an alle meine Sponsoren und Unterstützer, besonders an MotoPur.

Danke für eure Unterstützung und dafür, dass ihr einen Teil dazu beigetragen habt, dass ich meine Leidenschaft in dieser Saison auf diese Art ausleben konnte. Es bedeutet mir unglaublich viel, Menschen und Unternehmen hinter mir zu wissen, die mich und meinen Weg unterstützen. Diese Saison mit all ihren Emotionen, Höhen und Tiefen wird mir für immer in Erinnerung bleiben.

Bestimmt fragt ihr euch auch, wie es 2027 weitergeht.

Meine genauen Pläne für die kommende Saison stehen aktuell noch nicht fest. Klar wäre es mein Ziel, dort anzuknüpfen, wo ich dieses Jahr aufgehört habe, weiter an mir zu arbeiten und den nächsten Schritt zu machen. Wohin das Ganze führen wird, steht momentan aber noch offen.

Infos folgen. Bis dahin bleibt mir vor allem eines zu sagen: « DANKE! »

Eure Pocket Rocket Siri

( Danke Siri für deinen interessanten Bericht / Pepo )

Und hier geht’s weiter zu den Rennbildern…

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