2025 LUSCHA – Studienfahrten ab 1994…

Text Stefan Knittel / Fotos Christian Benger und Otto Ziegler

Auf Motorrädern aus den 1920er und 30er Jahren Landschaften, Bergstraßen und Forstwege zu erkunden ist an sich nicht so außergewöhnlich. Mit dem gemeinsamen Sammeln von Erfahrungen läuft das immer besser. Aber wenn das eine Gruppe von Freunden seit 1994 regelmäßig praktiziert und sich bis heute, technischen, fahrerischen und natürlich auch kulinarischen Herausforderungen immer wieder mit viel Spaß stellt, dann darf schon ein kleiner Einblick gewährt sein…

Zwei junge Forstwirtschafts-Ingenieure entdeckten ihre Liebe zu alten Motorrädern mit wechselgesteuerten Moto Guzzi Tourenmodellen der 1930er-Jahre. Ausfahrten und Oldtimerrallyes vergrößerten den Bekanntenkreis, darunter wichtige Kontakte zu gleichgesinnten Kfz-Mechanikern und Fernmeldetechnikern. Dadurch ermutigt, sollten dann „Stecktanker“, also Motorräder aus den 1920er-Jahren, angeschafft werden. Es entwickelte sich eine verschworene Gemeinschaft und die traf sich alljährlich in Süd-Kärnten zu dreitätigen Touren mit vielen technischen Pannen. Das stellte sich bald als der eigentliche Sinn heraus, denn man lernt nie ja aus und wird nur durch Schaden klug. Ein geschotterter Paß im dunklen Waldgebiet zwischen Kärnten und Slowenien wurde bezwungen und sollte fortan den Touren seinen Namen verleihen: Luscha!

Die Motorräder liefen immer besser, wurden zuverlässiger, die Fahrer deshalb auch übermütiger. Alpwege, Skihänge, gesperrte, weil nicht mehr instandgesetzte Bergpässe, Bachdurchquerungen und Restschneelagen entwickelten sich zu Highlights. Die Gruppe befuhr die Dolomiten, das Triglav-Gebiet und Postojna in Slowenien, Val Giudicarie, die Adria-Küste bei Duino und ein andermal bis weit nach Kroatien hinein. Immer wieder Kärntner und Steierische Bergwelten, dazwischen einmal Bregenzerwald und Appenzell…

Es wurden Gastfahrer eingeladen, aber auch die Stamm-Mannschaft wechselte Fabrikate und Modelle durch. Zwei Norton Model 18 von 1925, Ariel Model E und Moto Guzzi C 2V gehören zu Grundausrüstung. James 350, AJS H8, Sunbeam 7 und 9, Raleigh 350, Royal Enfield 182, Indian Scout, BSA 770, Harley-Davidson JD und Coventry Eagle Flying 8 durften es auch sein. Fallweise fuhren auch <neuere> Motorräder mit: Victoria KR50S, Norton International und Manx 1937, Puch 800, Sunbeam 90, AJS Springtwin, Norton Dominator und der von allen schon einmal geschätzte Ersatz — NSU Konsul 350.

Unterwegs in Gegenden mit geringem Verkehr auf Nebenwegen durch die schönsten Landschaften, imposante Weitblicke von den Höhenlagen und stets herzliche Aufnahme in Gasthäusern, Buschenschanken und Cafes, das machen einfach die alten Motorräder aus. Sie eröffnen tatsächlich stets neue Wege und Entdeckungen in mehrfacher Hinsicht.

Auf die alljährlichen Luscha-Touren geht es in einer kleinen Gruppe von nie mehr als zehn Freunden, von denen einer die Routenvorschläge für die drei Tage erarbeitet. Eventuelle Gäste werden nur direkt angesprochen, man bleibt unter sich: stille Genießer. Reifenpannen, Kipphebel-Schweißungen, verschwindende Zündfunken und mangelnde Erleuchtung bleiben natürlich nur Gerüchte…

Text Stefan Knittel / Fotos Christian Benger & Otto Ziegler / Danke euch Dreien für den Bericht und die Fotos. Pepo

Hier gehts zu den Fotos!

2 Comments

  1. Welch Freude, danke Stefan, danke Otto! Es lebe der 4 Takt, der NorTon, Rizinus und Benzin „Vibrations“. Übrigens den Tremalzo haben wir einst (!) vom Gardasee kommend gemeistert. Renate war die Heldin, und ihr Peter mitdabei, wie auch Alex Langer, der einst viele von uns mit dem Oldtimer MotoVirus ansteckte.

  2. Hallo ihr Lieben,
    zu unserer Freude, war heute Stefan bei uns zu Besuch. Mit vielen interessanten Gesprächen und Anekdoten über gemeinsame Motorradtouren mit unseren Oldtimern, ging ein wunderschöner Sonntag zu Ende.
    Kommt immer gut nach Hause und bis auf ein Wiedersehen, vielleicht im nächsten Jahr!!

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