2019 21. Jochpass Memorial

Datum: 11. – 12. Okt. 2019

Ort: Bad Hindelang/Allgäu bis Oberjoch im Oberallgäu mit VIDEO: LE MANS START vom Vespaclub

Teilnehmer von Motopur: Josef mit seiner BSA

Bericht von Josef:

Liebe Motorsportfreunde von Motopur,

Meld mich einfach mal wieder bei euch mit einem meinen Geschichtchen….

Diese super organisierte Veranstaltung fahre ich seit 2010 regelmässig, da sie auf einer der schönsten Passstrassen im süddeutschen Raum statt findet. Die Strecke führt vom Kurhaus im Ort 5,6 km nach Oberjoch in 1200 m Seehöhe mit 105 Kurven. Da das ganze Jahr über auf der Strasse absolutes Überholverbot herrscht, die Höchstgeschwindigkeit mit 60 km/h limitiert wurde, ist es das Startgeld von € 179,– allemal wert, sich den vor wenigen Jahren neu aufgebrachten Asphalt unter die Reifen zu reissen. Konnte man doch, falls alles planmässig ohne Zwischenfälle verläuft, pro Tag 5 mal fahren, das wären incl. Rückfahrt, es wird nicht ins Tal “gerollt”, 56 km, an beiden Tagen somit 112 km. Insgesamt waren 55 Motorräder gemolden, darunter etliche mit Strassenzulassung, aber auch einige wunderschöne alte Rennmotorräder, darunter Thomas Felder auf Sunbeam, Max Treichler auf Norton, Stefan Gartmann mit seiner Motosacoche, Stefan Horath auf FN, Klaus Maier auf Norton, weiters unser gemeinsamer Freund Hermann Köpf auf seiner Ducati, Veranstalter vom Auerbergrennen.

Da meine Freundin Ingrid sich gerade in Griechenland aufhielt, wurde ich von meinem Freund Thomas “Goldi” begleitet. Freitag Früh um 6.00 Uhr holte ich ihn in Hohenems ab, da die administrative Abnahme bereits um 8.00 Uhr, die technische Abnahme um 9.00 Uhr begann, wollten wir doch alles in Ruhe angehen. Die Anreise führte uns durch den Bregenzerwald über den Riedbergpass ins wunderschöne Allgäu. Da wir um diese frühe, unchristliche Zeit ziemich die ersten im Fahrerlager waren, wurde uns von meinem langjährigen Freund Ali Kaba ein super Standplatz zugewiesen. Leider hatte der Veranstalter ein kleines Problem mit der Stromversorgung, vorgesehen war ein Verteilerkasten wie er auf Baustellen verwendet wird, leider waren nur einige “normale” Steckdosen für alle Anwesenden verfügbar, an denen alle ihre Kabelrollen einspeisten.

Nach einem Gespräch mit Ali und den anderen Anwesenden waren wir uns einig, mit der zur Verfügung stehenden Energie sparsam umzugehen, lediglich die wichtigen Kühlschränke mit den “Grundnahrungsmitteln”, kurzfristig Beleuchtung in den Fahrzeugen einzuschalten, evtl. tagsüber mit der Startmaschine das Motorrad anzuwerfen. Untersagt wurde uns, elektrische Heizungen und sonstiges “überflüssiges” Gerät zu betreiben, da die Möglichkeit bestand, dass das Stromnetz zusammenbrechen könnte.War echt nicht lustig, hatte es Nachts Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt….

Samstags für 8.30 Uhr war der erste Traininglauf angesagt, vor den Autos. Nach Rücksprache mit dem Veranstalter konnten wir mit den Vierrädern tauschen, somit erst um ca. 10.00 Uhr fahren, weil es noch eisig kalt, die Strecke noch vollkommen nass war. Neben 135 Autos, davon 19 wunderschöne Vorkriegsveteranen, fuhren ausser Wertung noch etwa 50 Vespas mit, die meisten im Oldstyle-Look, getunt, keine wie die andere, echt ne eigene Liga. An diesem Tag, bei geschätzten 20 Grad Wärme, Petrus hatte doch noch Einsicht und Erbarmen mit uns, konnten wir die Strecke 4x befahren, ab und zu gab es wieder Stillstand, weil irgendeines der Autos eine Ölspur nach sich zog, oder irgendwo ungewollt an einer Leitplanke oder einem Felsen parkte. Kurioserweise drohte uns der Veranstalter am Freitag Abend bei der Fahrerbesprechung mit Ausschluss, wenn wir durch übertriebene oder gefährliche Fahrweise auffallen, den Wettbewerb gefährden würden. Er selber war der erste, der seinen wundereschönen AMG-Mercedes auf der Leitplanke parkte, was eine längere Pause nach sich zog.

Am Sonntag starteten wir wieder in der selben Reihenfolge, alles wieder ohne Probleme bei den Zweirädern, ausser halt wieder einige inkontinente, oder auf oder neben der Strasse parkende Autos. Weiters wurde noch dreimal die Strecke wegen Rettungseinsätzen gesperrt, was aber nicht direkt das Event betraf. Einmal ein Wespenstich im Zielbereich bei einem Zuschauer, der hatte eine Allergie gegenüber dieser Insekten. Erst 2 Sanitäter die vor Ort waren, dann der Notarzt, dann nochmals ein Rettungswagen. Zwischendurch hatte sich dann auch noch ein Radfahrer aus einem Waldweg auf die Strecke verirrt, zum Glück war grad Pause, wir warteten gerade auf die Rückführung. Aus uns nicht bekannten Gründen kam der Mountainbiker auf der Talfahrt zu Sturz, unsere “Pause” zog sich immer länger hin. Als wir dann endlich im Konvoi Richtung Ziel fuhren, standen am Unfallort 3 Rettungswagen, mittlerweile wurde der Verunglückte mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen.Trotz eingen Zwischenfällen, aber nicht der Rede wert, konnten wir täglich viermal die wunderschöne Passstrasse befahren. Allein schon die Startgerade hat es in sich, breit wie ein Flugfeld, etliche hundert Meter lang, beidseitig gesäumtvon hunderten Zuschauern, bist schon im fünften Gang, wühlst im Getriebe, um vielleicht noch einen sechsten oder siebten zu finden. Am Nachmittag heizte Petrus nochmals nach, es hatte 25 Grad, der Junge brachte uns echt ins Schwitzen. Am Abend dann Siegerehrung, es reichte grad mal für den 4. Platz in meiner Klasse, direkt hinter Desiree Vedder, welche Schmach….*seufz*

An den Abenden war immer tolle Livemusik im Festzelt angesagt, zum Frühstück schlenderten Goldi und ich immer in eine im Ortskern gelegene Bäckerei.WC und Duschen waren etwa hundert Meter vom Fahrerlager entfernt, passte perfekt. Da seit über 20 Jahren heuer ein neuer Veranstalter fungierte, war das Jochpass-Memorial eine super organisierte und gelungene Veranstaltung, einfach perfekt. Hiermit ein herzliches Dankeschön an Uwe Lassau und sein Team, an die Sponsoren, an alle Teilnehmer für ihr freundliches und kollegiales Verhalten, besonders aber an mein Boxenluder “Goldi”, welcher mir immer tatkräftig und hilfsbereit zur Seite stand.

Schöner Gruss an alle, Josef Gunz

Einige Bilder vom Event

VIDEO mit LE MANS START des Vespaclubs

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